Samstag, 8. Mai 2010

“Jennys Kochstudio“ und ein wenig davon, wie alles begann


Ein Ei, eine Tasse Mehl und die gleiche menge Milch miteinander mischen und die Masse, 2 Minuten von beiden Seiten in einer heißen Pfanne mit etwas Butter ausbacken. Mit Marmelade und Nutella bestreichen und fertig ist der Eierkuchen (je nach dicke der Nutella ca. 1000kcal suuuuper). Das war das erste Rezept meiner Mutter, als ich mit 17 wegen eines Ausbildungsplatzes als Informationselektroniker in das 150 km entfernte Koblenz zog.

Auch ich merkte schon sehr früh in meiner Kindheit, wie die meisten Transgender, dass da manchmal ein Gefühl in mir war, dass ich allerdings nicht zuordnen konnte. Wenn ich ein Mädchen im Kleid oder in einem Rock sah, hatte ich schon damals ein verlangen, auch einmal ein Kleid oder einen Rock tragen zu wollen. Ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich mit 15 das erste Mal ein braunes Jeanskleid meiner Cousine anzog. Meine Mutter hatte einige Kleidungsstücke, darunter auch das Kleid meiner Cousine, für die Altkleidersammlung aussortiert. Nachts öffnete ich den Altkleiderbeutel, nahm das Kleid heraus und schloss mich in mein Zimmer ein. Das Gefühl, als ich das erste Mal das Kleid trug, war unbeschreiblich. Als ich dann mit 17 nach Koblenz zog, hatte ich meine erste eigene kleine Wohnung. Na ja wenn ich es mir heute so richtig überlege, war die Wohnung mit 28 qm doch eher ein Wohnklo mit Kochnische. Aber ich war sehr glücklich, denn ich konnte nun ungestört in meiner Wohnung auch einmal einen Rock tragen. Ich kann mich auch noch sehr gut daran erinnern, dass immer wenn ich eine Frau sah, die hohe Absatzschuhe trug, dass ich auch schon damals gerne solche Schuhe angezogen hätte. Als ich mich in Koblenz, nach einigen Monaten eingelebt hatte, wollte ich mir nun endlich die ersten Absatzschuhe kaufen. In einem Warenhaus sah ich ein paar dunkelbraune Stiefel mit einem Absatz von ungefähr 9cm. Da es mir damals viel zu peinlich war, die Schuhe vor dem Kauf anzuprobieren, kaufte ich Sie, wie sich später herausstellte, eine Nummer zu klein. An der Kasse mit feuchten zittrigen Händen und rotem Kopf angekommen, bezahlte ich die Schuhe und fuhr sofort in meine Wohnung. Als ich die Stiefel das erste mal anzog, stellte ich fest, dass es doch besser gewesen währe, wenn Sie eine Nummer größer gewesen währen. Umtauschen kam aber nicht in frage, dafür fehlte mir damals der Mut. Nach 10 Minuten zog ich sie dann schon wieder aus. Die ersten 10 Minuten Erfahrung mit High Heels sahen so aus, dass meine Füße schmerzten, und ich feststellen musste, dass ich darin überhaupt nicht laufen konnte. Da viel mir ein altes Sprichwort ein: Aller Anfang ist schwer!

Der fabel für High Heels ist bei mir bis heute ungebrochen, wie ihr in einem meiner letzten Beiträge  "Frauen und Schuhe! das werden Männer nie verstehen"  sehen könnt. Ich habe natürlich irgendwann das laufen in Absatzschuhen gelernt und bin als Jenny fast immer mit High Heels unterwegs.

Nach dem kleinen Ausflug in die Vergangenheit und dem Eierkuchenrezept am Anfang des Beitrages möchte ich euch heute ein wenig über das Kochen, dass eine große Leidenschaft von mir ist, und nicht erst seit den vielen Kochsendungen im Fernseher, erzählen. Auf dem weg von der Arbeit nach Hause entschloss ich mich, dass ich mich heute Abend mal wieder richtig in der Küche austoben wollte. Ich hielt kurz an meinem Lieblings Feinkostladen an, um einige Lebensmittel einzukaufen. Als ich den Laden betrat, sah ich in der Fleischtheke ein Stück Rinderfilet. Daraufhin fiel mir ein Rezept ein, das ich vor einigen Monaten schon einmal gekocht habe. Heute stand also auf der Speisekarte: Rinderfilet in der Maronenkruste auf Rahmwirsing mit Cassisbirnen.

Zu Hause angekommen ging es dann auch gleich los. Nein natürlich erst einmal nicht mit dem Kochen, sondern mit der Frage? Was ziehe ich den heute an. Da sich beim Kochen nun mal hin und wieder ein paar Fettspritzer auf der Kleidung verirren, viel die Entscheidung heute auf mein Schwarzen Lederkleid. Das Lederkleid trage ich sehr oft beim Kochen, da man Spritzer einfach mit einem Feuchten Tuch abwischen kann. Nach gut einer Stunde war ich gestylt und es konnte losgehen. Ihr seht nun im Anschluss die Bilder aus der heutigen Küchenschlacht. Ich versuche euch auch ein wenig das Rezept zu beschreiben. Ihr solltet es einfach einmal nachkochen. Die Kombination der Filets mit dem Wirsing und den Birnen ist einfach ein Geschmackerlebnis, dass man erlebt haben muß.



Rinderfilet in der Maronenkruste auf Rahmwirsing mit Cassisbirnen 
Zutaten für vier Personen
Cassisbirnen
Eine Orange auspressen, von der Hälfte die Schale abreiben. 500ml Johannisbeersaft, 150 g Zucker, 1 EL Johannisbeergelee, 0,5 Stange Zimt, 2 Gewürznelken, Orangensaft und -schale aufkochen und bei schwacher Hitze bis auf die Hälfte der Flüssigkeitsmenge einkochen. Mit etwas Stärke abbinden und noch einmal gut durchkochen. Die Birnen schälen und entkernen. In den Gewürzfond einlegen und nochmals aufkochen lassen.





Rahmwirsing

450 g Wirsing oder Weißkohl putzen, klein schneiden und in einen großen Topf in Ölivenöl anschwitzen. 100 ml Geflügelfond und 150 ml Sahne zugeben, die Hitze reduzieren und das Gemüse zugedeckt etwa zehn Minuten weich garen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit etwas Speisestärke leicht binden. Zum Schluss mit etwas Butter verfeinern. Im Bild links seht Ihr das Resultat aus Cassisbirnen und Rahmwirsing. In den Cassisbirnen könnte ich auch Baden. Solltet Ihr das Rezept einmal nachkochen, dann werdet Ihr mich sicher verstehen.





Rinderfilet

2 Scheiben  Toastbrot entrinden, würfeln und mit den Maronen in einer Küchenmaschiene fein mahlen. 500 g Rinderfilet in vier etwa drei cm lange Stücke teilen und diese zwischen zwei geölte Folien plattieren. 2 Eier mit  50 ml Sahne verquirlen. Die Filets mit Pfeffer würzen, in Mehl wenden und durch die Sahne-Ei-Mischung ziehen, anschließend in der Maronenmischung panieren. 80 g Butterschmalz in der Pfanne erhitzen und die Rinderfilet darin schwimmend von beiden Seiten goldbraun ausbacken. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und salzen.



Und links unten könnt Ihr sehen, warum so viele Ehen wieder geschieden werden. Nach zweieinhalb Stunden in der Küche habe ich es wieder einmal geschafft, diese vollkommen zu verwüsten. Aber der Fußboden ist sauber! Ja ja wir Frauen haben eben einen Putzfimmel. Das rechte Bilder zeigen das Ergebnis der Küchenschlacht. Mann sollte nicht über die Kalorien nachdenken, aber ohne Butter und Sahne schmeckt es eben nur halb so gut.


Kommentare:

  1. Hallo Jenny,
    Interessanter Blog, ich freue mich über jede(n), der offen seine Neigungen auslebt. Ich selbst bin transsexuell (mit Hormonen & Co...).
    Wenn ich Dich richtig verstanden habe, hast Du Dich bislang noch nicht zu diesem Schritt entschieden oder willst das vielleicht auch nicht.
    Ich lade ein, mich mal in meinem Blog http://www.gerti-in-trans.blogspot.com zu besuchen.
    Ich berichte dort auch über mich, möchte aber auch eine Diskussionsplattform für "Betroffene" wie Dich bieten. Ich bitte Dich, störe Dich nicht an dem engen Begriff "Transsexualität" - der trifft eben auf mich zu.
    Aber ich bin generell für ALLE offen, und, wer weiß, bei großem Interesse auch von Transgendern kann man den Blog auch mal erweitern.
    Also, liebe Jenny, lass Dich mal sehen. Ich würde mich freuen. Dir alles Gute.
    Gerti

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  2. Das sieht lecker aus!
    Das koche ich nach!!!

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  3. Hi Judith,
    das ist eines meiner Lieblingsgerichte. Lass mal von dir hören, wie es dir geschmeckt hat.

    Liebe Grüße
    Jenny

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