Im Hotel angekommen ging dann der Stress los. Auspacken, drei Stunden vor dem Spiegel schminken, anziehen (vielen, vielen Dank übrigens an Sammy von "Redcat 7" für den wunderbaren Rock, den sie mir geschneidert hat) und dann konnte es los gehen zur Eröffnungsparty in die Moritzbastei. Vorher mussten wir aber noch schnell am Bahnhof vorbei stöckeln, um die Eintrittskarten in ein Bändchen umzutauschen, mit dem man dann alle Veranstaltungen und die Leipziger S-Bahn benutzen kann.
Für alle die, die vielleicht einen falschen Eindruck von der Gotik-Szene haben, sei gesagt: Wir sind und waren nie blutrünstige Monster oder Satanisten und wir treiben uns auch sonst nicht ständig nachts auf Friedhöfen herum. Die Szene ist in den achziger Jahren aus Punk und New-Wave entstanden und besteht inzwischen aus ganz vielen Subkulturen. Und in Leipzig treffen sie alle aufeinander. Ob Steam Punker, Rockabella, Cyber Goth, Lolita oder Darkwaver, ob jung oder alt, es ist eine große Familie, die vier Tage fernab des Alltagstresses ein friedliches und einzigartiges Musikfestival feiern und viel Spaß miteinander haben will.
Am Freitag standen dann zwei Highlights auf dem Programm. Am Nachmittag fand im Clara-Zetkin-Park das traditionelle Viktorianische Picknick statt und am Abend, na ja eher am Morgen, dann das "Eisbrecher"-Konzert auf dem Agra-Gelände fing erst um 00:00 Uhr an.
Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, und so wurde das Viktorianische Picknick zu einem der Höhepunkte des WGT. Mit Obst, Käse und einer guten Flasche Wein im Picknickkorb ging es in den Park und mit jedem Schritt, den wir uns der Wiese an der Parkbühne näherten, fühlten wir uns, als hätten wir eine Zeitreise ins neunzehnte Jahrhundert unternommen. Wundervoll gestylte Damen und Herren in fantastischen Kostümen schmückten den Park und dazwischen eine Horde Fotografen und Kameraleute, die sich das Schaulaufen nicht entgehen lassen wollten.
Nach dem Picknick ging´s ab in die S-Bahn zum Agra-Gelände.....einmal Schaulaufen über den Boulevard bis zur Cocktailbar, auftanken, eine Kleinigkeit essen und ab zu Eisbrecher (hoffentlich werden sie nicht einmal so kommerziell wie der Graf von Unheilig). Es war ein super Konzert, wir waren um 3 Uhr wieder im Hotel und damit war die erste kurze Nacht besiegelt.
Oh je, jetzt hab ich schon wieder so viel Text und wollte doch eigentlich nur einen kleinen Blog schreiben, aber das Wave-Gotik-Treffen kann man einfach nicht in ein paar Worten zusammenfassen. Das "WGT Programm", das einem in den vier Tagen geboten wird ist so riesig, dass man sich manchmal zerteilen müsste, um alles, was einen interessiert, mitnehmen zu können. Was ich allerdings unbedingt noch erwähnen muss, war das letzte Konzert, das am Montag Morgen um 1:10 Uhr.....in Worten ein Uhr zehn (nicht 13:10) begann. Den Tipp hatten wir von zwei super netten Schweizern "Nadja und Beat" bekommen, die wir auf dem diesjährigen WGT kennen gelernt hatten ( ein herzliches "Pröschtli" an Euch beide!!!) . Das Konzert von "Peter Heppner" wird uns bestimmt noch eine weile in Erinnerung bleiben. Ich möchte jetzt nur noch für vier unvergessliche Tage danke sagen...danke WGT, danke Leipzig wir werden Pfingsten 2013 ganz sicher wieder mit dabei sein.