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Freitag, 20. Dezember 2013

Jahresrückblick

Es ist schon ziemlich lange her, das ich etwas neues gepostet habe. Schon wieder ist ein Jahr vergangen, es ist kurz vor Weihnachten und deshalb hab ich mir heute ein paar Minuten Zeit genommen um euch einige Zeilen zu schreiben.

Ihr habt deshalb so wenig von mir gehört, weil ich mir in letzter Zeit ziemlich viel Gedanken über mich gemacht habe, wie ich die zwei Geschlechter ausleben kann, und mich dabei glücklich fühle. Ich lebe meine weibliche Rolle inzwischen so oft wie es nur geht, und zwar sehr oft auch 24 Stunden aus. Ja, ich hab früher geschrieben, das ich auch gerne der Kerl bin, der ich ja leider seit meiner Geburt auch bin, aber  es wird mir immer mehr bewusst, das ich meine weiblichkeit, die sehr stark in mir ist, nicht weiter verbergen kann. Ich bin eigentlich nicht Abergläubig, aber 2013 war schon ein Jahr, an das ich mich nicht so gerne zurückerinnern möchte. Das hat nichts mit mir und meinen zwei leben zu tun, und ich möchte hier auch nicht näher darauf eingehen, nur soviel, das mir mal wieder bewusst geworden ist, das man mit Geld zwar alles Materielle kaufen kann, das man allerdings ziemlich machtlos ist, wenn es um die Gesundheit eines lieben Menschen geht.

In meinem letzter Blog, anfang des Jahres, ging es um die lästigen Barthaare und meine begonnene IPL Behandlung. Im Sommer hatte ich mit der Behandlung pausiert und vor einem Monate, nach der fünften Behandlung bin ich auf dem Alexandrid Laser umbestiegen, da bei der IPL Behandlung die Baarthaare nach einiger Zeit doch immer wieder zu sehen waren.

Bis auf die hartnäckigen Haare auf der Oberlippe und auf dem Kinn haben sich die dunklen Haare ein wenig verringert und mit dem Laser, da bin ich mir sicher, werde ich auch den rest der lästigen Barthaare los werden. Den Rasierer werde ich aber trotzdem ab und zu benutzen müssen, um die übriggebliebenen hellen Haare zu beseitigen aber die machen ja keinen Bartschatten, und um diesen loszuwerden, habe ich mich ja schließlich Anfang des Jahres dazu entschlossen.

Als ich am 14.04.2010 mit dem Blog begonnen habe war mir natürlich schon sehr lange klar, das ich schon immer sehr viel Spaß an der weiblichen Mode, einen ausgeprägten Fabel für High Heel und schon immer das Verlangen hatte, die Kleidung zu tragen und die feminine Seite in mir auch aus zu leben. Vor fünf Jahren war allerdings noch nicht daran zu denken, mich am Tage in die Öffentlichkeit zu stürzen und all die Sachen zu machen, die Frau eben so macht (und nicht nur shoppen). Ich hab es zwar damals schon genossen die Kleidung zu tragen aber vom Schminken und einem gutem Passing hatte ich noch keinen blassen schimmer. Ich ging, wenn es dunkel wurde auch schon mal ängstlich nach draußen, hatte mir damals auch noch nicht so recht gedanken darüber gemacht, wie sich Frau so bewegt, das Sie immer eine aufrechte und Stolze Körperhaltung hat, und das, wenn Sie sich unterhält, Sie einen ganz anderen Wortschatz verwendet wie ein Kerl.


Irgendwann nahm ich dann die Digicam und machte die ersten Fotos von mir, durchstöberte das Internet nach Schminktipps und alles was über das Thema trans so zu finden war, bis ich dann im April 2010 einige Bilder und den ersten Blog ins Internet stellte. Durch den Blog und vor allen dingen durch die vielen Bilder, die ich in den darauffolgenden Jahren machte, entwickelte ich mich immer weiter, bis ich meinen Stil, natürlich auch nach vielen Fehlversuchen, irgendwann gefunden hatte. Das ist nun seit einiger Zeit geschehen. Früher hatte ich immer die Digicam dabei, um ein paar gute Bilder zu knipsen und dann in den Blog zu stellen. Mit dem knipsen habe ich inzwischen aufgehört, weil ich durch die letzten Jahre weiß, und gelert habe, wie ich mich in der Öffentlichkeit zeige und wie ich auf die Gesellschaft wirke. Wenn ich heute, nach dem aufstehen die Lust verspüre, mit meine Lieblingen an den Füßen den Tag 10cm höher zu erleben, dann startet der Morgen eben, wie bei den meisten Frauen, eine Stunde vor dem Spiegel im Badezimmer und endet abens im Bad beim Abschminken, und zwischendurch mache ich all das, was Frau eben so den ganzen Tag macht. Das geht vom einkaufen im Supermarkt über ein nettes Frühstück in einem schnuckeligem Kaffee natürlich darf auch das shoppen nicht fehlen und das Auto muss auch ab und zu mal abgespritzt, getankt und polliert werden.

Ich hab mich nur entschieden, nur noch sehr wenige Blog´s zu schreiben. Der Blog hat sicher viel  dazu beigetragen, das ich so Selbstbewusst geworden bin und meinen Stil gefunden habe. Ich fühle mich nun sehr wohl in meiner Haut und genieße es einfach, wenn ich als Frau unterwegs bin und auch überwiegend als solche wahrgenommen werde. Und wenn es doch mal jemand merkt, das passiert natürlich auch, ist aber auch kein Drama, denn ich hab auch dann noch nie schlechte Erfahrungen erfahren.

Ich wünsche euch nun allen von ganzem Herzen ein frohes Fest, besinnliche Feiertage und einen guten rutsch ins neue Jahr***

Ach ja.....lange hab ich damit gewartet, aber ich hab´s dann doch gemacht. Die tollen Ohrringe meiner Frau waren dann doch irgendwann so verlockend, dass ich mich in jedes Ohr hab pieksen lassen, und zwar gleich zwei mal.

Dienstag, 8. Januar 2013

Jetzt reichts, IPL statt Rasierer


Heute 07:30 Uhr, gerade aufgestanden, die Cappuccinomaschiene  eingeschaltet, der nächste Gang führte ins Badezimmer und kurze Zeit später war es dann passiert.....grrrrrr. Der erste Blutstropfen lief mir über die Oberlippe, ich hab das Wort sche....ß... gerade noch mal herunter geschluckt, und nicht ausgesprochen, denn ich hatte beim rasieren mal wieder ganze Arbeit geleistet und nicht nur die Barthaare entfernt, sondern auch gleich unbeabsichtigt eine kleine Unebenheit direkt unter der Nase beseitigt. Das Ergebnis war eine Wunde die einfach nicht aufhören wollte zu Bluten. Da mir das schon einige male passiert ist, und es mir jetzt endgültig reicht, hatte ich am Vormittag ein nettes Telefonat das darin endete, dass ich um 15:00 Uhr einen Termin zu einem  Beratungsgespräch für eine Dauerhafte IPL Barthaarentfernung hatte. Mit dem Thema hatte ich mich schon vor einiger Zeit beschäftigt aber dann doch immer wieder zum Rasierer gegriffen.

Nach einer halben Stunde hörte es dann auf zu Bluten, inzwischen hatte ich mir einen Cappuccino zubereitet, mich angezogen und nun konnte ich endlich das MakeUp für den heutigen Tag auftragen und meiner Arbeit nachgehen, die ich für heute morgen geplant hatte.

Am vergangenen Wochenende hatte meine Süße Ihre Schuhe sortiert und den Schuhschrank aufgeräumt. Das nahm ich zum Anlass, das gleiche auch mal mit meinen Schuhschrank zu machen. Schuhe sind doch einfach was tolles...da kommen meine weiblichen Gene mal wieder so richtig zum Ausdruck...und um es vorweg zu nehmen, die Schuhgröße 40/41 (natürlich mit Absatz, Herrenschuhe zählen hier nicht, davon gibt´s auch weitaus weniger) ist in unserem Haus weit mehr verbreitet, wie die Größe 36/37 meiner Lieben. Nachdem dann alle meine Lieblinge wieder verstaut waren, die zwei Paar neuen aus unserer letzten Reise eine Imprägnierung aus der Sprühflasche genossen hatten, war es auch schon so spät, das ich mich auf den Weg zu meinem Beratungsgespräch machen musste. 


Ich hatte schon einige male mit dem Gedanken gespielt, mir die Barthaare dauerhaft entfernen zu lassen, hatte auch schon mehrmals den Telefonhörer in der Hand um die Nummer für einen Termin zu wählen und hab das Telefon dann doch immer wieder in die Ladeschale zurückgestellt. Jetzt ist es aber so weit, denn Ich stehe vor der Eingangstür und habe gerade die Klingel gedrückt. Die Tür öffnet sich und ich werde sehr nett empfangen.

Nach einer halben Stunde, in der alle meine Fragen beantwortet waren und ich sehr ausführlich über die IPL Behandlung aufgeklärt wurde, stand mein Entschluss fest....eigentlich stand er schon fest als ich an der Eingangstür klingelte, aber nach der Beratung waren auch noch meine letzten zweifel ausgeräumt worden, und für mich stand fest "NIE WIEDER RASIEREN". Na ja, gänzlich werde ich nicht auf den Rasierer verzichten können, aber dem lästige Bartschatten wird es schon an den Kragen gehen, und wenn ich dann nur noch ab und zu zum Rasierer greifen muss, dann hat es sich absolut gelohnt. 

Das alles geschah bereits vor 6 Wochen, und heute ist nun meine zweite Behandlung. Es wird wohl wieder ein bisschen ziepen, am meisten an der Oberlippe, aber ich bin ja glücklicherweise nicht so weinerlich. Ich bin schon sehr gespannt, was nach der zweiten Behandlung noch so alles wächst.  Die Barthaare auf der Oberlippe und auf dem Kinn sind wohl am hartnäckigsten. Nach der ersten Behandlung war überraschenderweise unterhalb der Wangen und am Hals teilweise schon fast gar nichts mehr gewachsen und ich hoffe, das dann nach dem achten Termin auch der Bartschatten auf der Oberlippe der Vergangenheit angehört.

Samstag, 31. Dezember 2011

Jahresrückblick 2011

Einige von euch haben sicherlich bemerkt, dass ich die letzten Monate, ja eigentlich den ganzen Sommer meinen Blog gänzlich vernachlässigt habe. Warum das so war, naja ich glaube da muss ich ein wenig ausholen. Das ich die Männermode ziemlich langweilig finde, man kann halt wenn man sich schick kleiden will einen Anzug anziehen, oder wenn man kreativ sein will, nimmt man eben einen Anzug, für besondere Anlässe z.B. Musical, Theater oder Oper, greift man zum Anzug oder man kann zur wahnsinnigen Alternativmöglichkeit Frack greifen:) ein Frack sieht aber beim Besuch eines Musicals schon ein bisschen albern aus, in der Oper geht es gerade noch, naja was ich damit sagen will, die Möglichkeiten die man als Frau zum stylen hat, ist dass was mich an der Rolle  "Jenny" und dem trans sein so liebe. Das ich Spaß daran habe, und sehr wahrscheinlich auch seid meiner Kindheit eine ganze Menge weibliche Hormone in mir stecken, ist mir schon seit geraumer Zeit bekannt. Als kleiner Junge, ich glaube ich war damals so etwa 10 Jahre, entdeckte ich eines Tages in meinem Elternhaus einen Plastiksack der für die Altkleidersammlung gefüllt war. Ich war sehr neugierig (bin ich übrigens immer noch) und durchstöberte ihn. Ich fand darin ein Kleid, dass mal meiner Cousine gehörte. Ich zog es an, und fühlte mich toll. Damals wusste ich natürlich noch nicht, was da mit mir los war, aber das heimliche tragen von Kleidern oder Röcken, lies mich ab diesem Moment nicht mehr los. Seit dieser Zeit, als ich ungefähr 10 Jahre alt war, sind etwa 10 X 3,5 Jahre vergangen. Aufgrund meiner  Erfahrungen, die ich überwiegend in den letzten 2 Jahren als Jenny gesammelt habe, bin ich das erste mal in diesem Sommer, wann immer ich die Lust verspürte meine feminine Seite ausleben zu wollen, auch am Tage als Jenny in der Öffentlichkeit unterwegs gewesen. Es wurde schon zur Normalität, dass ich am morgen nach dem Aufstehen eine geraume Zeit vor dem Kleiderschrank verbrachte, bis ich endlich das richtige Outfit gefunden hatte, nach dem Ankleiden eine gute halbe Stunde zum Schminken vor dem Spiegel stand, um dann den ganzen Tag als Jenny zu verbringen.


Außerordentlich gerne war ich dieses Jahr mit der Lieblingsbeschäftigung des weiblichen Geschlechts beschäftigt, dem "Shoppen". Und da gibt es in Berlin so einige Meilen Fashion-Erlebnis, die ich dieses Jahr im entsprechendem Outfit mit HighHeels und Make-up genossen habe. Sehr oft war ich auf dem Kurfürstendamm oder der Friedrichstraße unterwegs, um die Welt der weiblichem Mode zu genießen. Ich bin übrigens heute bei Sammy gewesen. Sammy ist Designerin und hat einen süßen Laden namens "Redcat7" in Berlin Friedrichshain. Wenn Ihr mal was außergewöhnliches, im Burlequestil der 50er Jahre sucht, dann seit Ihr bei Sammy genau richtig. Ich habe mir vor vier Wochen eine Tornüre und zwei Hüte anfertigen lassen, die ich heute abgeholt habe. Die Sachen sind einfach ein Traum:)  vielen lieben Dank Sammy!!! Ich kann mich noch genau daran erinnern, als ich das erste mal ein Kaufhaus betrat und mit einer Hose und einem Rock in die Umkleidekabine für Damen ging. Mein Puls lag etwa im Bereich eines Marathonläufers  der gerade bei km 42,195 die Ziellinie überquerte, und ich weiß genau von was ich da spreche, denn ich bin in diesem Sommer meinen ersten  Marathon gelaufen. Das sich dies inzwischen gänzlich geändert hat liegt wohl daran, dass ich im laufe der letzten Jahre sehr viel dazugelernt habe und mein Passing es inzwischen zulässt, mich Selbstbewusst in der Öffentlichkeit zu bewegen. Es gab in diesem Jahr nicht eine negative Erfahrung über die ich berichten könnte. Natürlich gibt es einige die schon mal genauer hinsehen und auch vielleicht erkennen, das da etwas komisch ist und spätesten wenn man an der Kasse steht und mit doch ungewöhnlich tiefer Stimme mit der Kassiererin  plaudert, kann man einige männlichen Gene nicht gänzlich verbergen. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, man sollte nicht in einer höheren Tonlage versuchen zu Sprechen, dass hört sich dann schnell an wie "Micky Maus" und wirkt schon ein bisschen lächerlich. Es genügt wenn man etwas leiser und langsamer versucht zu Sprechen, denn es gibt ja schließlich auch Frauen die eine ungewöhnlich tiefe Stimme haben, die ausgesprochen sexy klingen kann.

Natürlich kamen auch die kulinarischen Genüsse dieses Jahr nicht zu knapp. Ob beim Italiener oder beim Amerikaner, ich meine natürlich nicht MacD oder BurgerK sondern das "Sixties", die machen wirklich super leckere Burger und Salate und bis 19 Uhr ist immer Cocktail Happy Hour, danach kam es schon mal vor, dass Jenny etwas beschwipst aus dem Lokal stöckelte und meine bessere Hälfte das Autofahren übernehmen musste. Zu Halloween waren wir in der Pfalz und haben im Deidesheimer Hof (da gab es früher für Helmut Kohl immer den Saumagen) auf der Halloweenparty bei leckerem Wein und fantastischen Geschmackserlebnissen einen wunderbaren Abend verbracht. Wir waren natürlich dem Anlass entsprechend Gekleidet. Leider sind der Kleiderordnung nicht alle Gäste gefolgt.


Ins Kino hat es mich dieses Jahr auch einige male gezogen. Das Highlight war natürlich im November der vierte Teil von Twighlight. In den nächsten Tagen steht noch Rubeldiekatz mit Matthias Schweighöfer auf dem Programm den ich mir unbedingt ansehen möchte. Im November gab es noch einen zweiten Knaller der uns in den Admiralspalast zog. Zwei Wochen lang gastierte die "Rocky Horror Show" in dem Theater in der Friedrichstrasse. Es war eine fantastische Darstellung, tolle Stimmen,  schöne Kostüme die man nicht nur bei den Darstellern sondern auch im Publikum bewundern konnte. Auch ich habe mich an diesem Abend BurlesqueOutfit die Blicke einiger Männer und auch Frauen auf mich zog, aber das war ja auch so gewollt. Wir hatten an diesem Abend sehr viel Spaß, denn bei derartigen Events ist meine Frau immer mit dabei.

Und dann gab es da in diesen Sommer noch das "Projekt 2011" der Berlin Marathon. Vor etwa 3 Jahren, als ich Abends auf die Waage stieg und das Ding 90 kg anzeigte, macht ich mir Gedanken darüber, wie ich die Fettpolster wieder loswerde. Ich stellte meine Ernährung um (kein Zucker, keine Butter, viel Obst und Gemüse und Abends keine Kohlenhydrate) und fing mit dem laufen an. An diesem Abend viel auch die Entscheidung mich für einen Marathon anzumelden. Vor gut einem Jahr war es dann soweit, das ich die Returntaste an meinem Computer zur Bestätigung der Anmeldung zum 38 Berlin-Marathon drückte. 12 Wochen vor dem Marathon ging es dann mit dem Intensivtraining los, in dem ich in der Woche zwischen 50 und 60 km unterwegs war. In den 3 Monaten vor dem Marathon lief ich fast 700 km bis ich dann endlich am 25 September um 9 Uhr mit über 40.000 Läufern über die Startlinie lief. In diesem Moment machte ich mir noch keine Gedanken darüber, wie es mir nach 35 km gehen würde "und das war auch gut so, wie unser Bürgermeister sagen würde" ich genoss die unglaubliche Atmosphäre, die Zuschauer die einem die gesamte Strecke zujubelten und die über 70 Bands die am Straßenrand musizierten. Mein Ziel war es die 42,195 km unter 4 Stunden zu laufen, was mir am Ende allerdings nicht ganz gelungen ist, denn ab km 30 tat einfach alles nur noch weh:). Der Gedanke bei km 42 durchs Brandenburger Tor zu laufen und der nicht endende Applaus der Zuschauer ließen  allerdings die Schmerzen vergessen und mich nach 4 Stunden und 25 Minuten mit einem unglaublichem Glücksgefühl über die Ziellinie laufen. Über die Ziellinie ist allerdings nicht  Jenny gelaufen. Da beim Laufen die Wimperntusche nicht da bleibt wo sie eigentlich hingehört und auch das beste Make-up nach einiger Zeit seinen Dienst versagt, stand bei diesem Vorhaben von Anfang an fest, dass das nichts für Jenny ist.

2011 war für mich ein außerordentlich Erlebnisreiches Jahr, in dem ich sehr viele positive und schöne Dinge erleben durfte. Jenny hat in diesem Jahr viel dazugelernt und sich ein ganzes Stück weiterentwickelt. Mein Blog blieb dabei leider etwas auf der Strecke, da einfach nicht genügend Zeit übrig blieb. 2012 wird hoffentlich genauso aufregend und spannend wie das vergangene Jahr.


Ich wünsche euch nun allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und für 2012 alles Gute, und das alle eure Wünsche in erfüllen gehen.

Donnerstag, 3. März 2011

Made in Italy...wenn´s um Espresso geht, sind die Italiener einfach unschlagbar!!!


Wie Ihr aus einigen meiner vergangenen Post´s von mir schon erfahren habt, bin ich eine leidenschaftliche Kaffee und Cappuccino Genießerin. Seit nunmehr 7 Jahren verrichtet unsere Nespressomaschine Tag für Tag ihren dienst, indem Sie aus den Kapseln ein wunderbares Geschmackserlebnis mit einer sehr schönen Crema presst. Das einzigste mit dem ich nicht so richtig zufrieden bin, ist beim aufschäumen der Milch, die Konsistenz des Milchschaums. Als wir im vergangenen Jahr in der Toscana waren, und nach dem essen in einem Restaurant in Florenz zwei Cappuccino bestellten, konnte ich dem Barista hinter dem Tresen zusehen, wie er mit Leidenschaft die Milch an einer Espressomaschine aufschäumte, den Siebträger mit köstlichem frischgemahlenem italienischem Kaffee füllte, anschießend das schwarze Gold in die Tasse laufen ließ und die Kreation mit dem Milchschaum vollendete. In diesem Moment ist bei mir die Entscheidung gefallen, dass ich irgendwann einmal unsere Nespressomaschine gegen eine echte italienische austauschen werde.

Nachdem wir wieder aus dem Italien Urlaub zurück waren, durchstöberte ich einige male das Internet, um mir einen Überblick über verschiedene Maschinen und deren technischen Unterschiede zu machen. Da ich mich aber vergangenes Jahr einfach nicht für eine bestimmte Maschine entscheiden konnte, und meine Frau immer wieder sagte "so ein  Ding brauchen wir doch nicht, und übrigens ist es viel zu teuer" geriet das Vorhaben wieder in vergessenheit. Vor zwei Wochen wurde ich dann aber wieder daran erinnert, als ich am morgen für meine Süße und mich den ersten Cappuccino machen wollte, und die Milch sich mal wieder nicht aufschäumen ließ, da der Kalkteufel die Röhrchen verstopft hat.

An den darauf folgenden Tagen telefonierte ich mit einigen Händlern die mich mehr oder weniger gut berieten. Eine mehrfach sehr kompetente und freundliche telefonische Beratung erhielt  ich bei der Firma "Stoll Espresso" (die ich nur empfehlen kann!!!) bei der ich dann auch die neue Espressomaschine bestellt habe. Na ja , es wurde dann nicht nur eine Espressomaschine, eine Mühle mir der man die köstlichen Bohnen mahlen kann und einen Wasserfilter um den Kalk von der Maschine fernzuhalten mussten es dann auch noch sein. Am vergangenen Freitag war es dann endlich so weit.....der Postbote stand erschöpft, mit drei Paketen (seine Transportkarre hatte einen Platten und die Kiste mit der Esperssomaschine brachte über 40kg auf die Waage) vor der Eingangstür.



Am Tag vor der Lieferung habe ich schon mal den Werkzeugkasten in die Hand genommen, einen neuen Wasserhahn unter das Spülbecken geschraubt, ein paar mehr oder weniger große Löcher in einen Küchenschränke und die Arbeitsplatte gebohrt und ein Abwasserrohr unter den Standplatz der Espressomaschine gelegt. Die Entscheidung ist nämlich auf einen Neapolitaner.....die "Izzo Alex Duetto" gefallen, die über einen Wasserfilter direkt an das Frischwasser, und die Abtropfschale an das Abwasser angeschlossen wird. Damit hört das ewige befüllen des Wasserbehälters mit Frischwasser und das ständige entleeren der Abtropfschale auf. Beim Wasserfilter gab es dann aber doch noch eine Überraschung, denn das Ding war einfach zu groß um es auf dem Zwischenboden im Küchenschrank zu verstauen. Mit einer Stichsäge war das Problem dann aber schnell gelöst und nach der ersten Flutwelle im Schrank (mal sollte die Wasserschläuche schon richtig fest anziehen) war dann im zweiten Versuch alles dicht.

Seit einer Woche presst nun die "Izzo Alex Duetto" das Wasser mit 9 bar Druck und einer Wassertemperatur von  93°C durch das mit der "Mazzer" Mühle frisch gemahlene Kaffeepulver im Siebträger. Die Milch lässt sich  mit dem 125°C heißem trockenem Wasserdampf in ein paar Sekunden perfekt aufschäumen, und das ständige Entkalken unserer früheren Nespressomaschine hat sich dank des Wasserfilters nun auch endgültig erledigt......und meine Frau hat sich inzwischen auch wieder beruhigt!!!




Donnerstag, 20. Januar 2011

Rund um den Sella in den Dolomiten!

Zwei Wochen ist es jetzt her, dass ich meine High Heels gegen festes Schuhwerk ausgetauscht habe, denn wir hatten Urlaub und es ging in die Dolomiten nach Wolkenstein.

"Die stimmungsvollen Bergdörfer St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein führen mit ihren Panoramapisten spektakulär an die Dolomitenstöcke heran, die sich senkrecht in den Himmel bohren. Die traditionsreichen Pisten um den Langkofel, Cir und Sella haben Skigeschichte geschrieben und sind heute Treffpunkt der Wintersportelite."

Mit diesen beiden Sätzen beginnt die Internetseite wenn man sich über die Skigebiete in den Dolomiten informieren möchte. Von den Panoramapisten und den spektakulären Bergmassiven der Dolomiten war allerdings am Ankunftstag nichts zu sehen, denn Wolkenstein machte seinem Namen alle Ehre. Temperaturen etwas über 0C°, Schneeregen und Nebel bestimmten die ersten drei Tage. Da wir allerdings schon viele Jahre zum Skifahren nach Wolkenstein kommen, waren wir uns sicher, dass wir die wunderbare Landschaft auch noch im Sonnenschein genießen können. Wie Ihr auf den Bildern sehen könnt, war es am vierten Tag auch endlich so weit, dass sich die Sonne über den Berggipfeln zeigte. Das Skigebiet in den Dolomiten ist einfach einzigartig. Mit dem Skipass "Dolomiti-Superski" kann man sich auf über 1200 km Piste austoben. Das gesamte Gebiet ist mit mehr als 450 Liftanlagen verbunden. Mann kann den Sella in beiden Richtungen umrunden oder man macht einen Abstecher auf die 3343m hohe Mamolada und genießt einen gigantischen Blick über die Dolomiten und das Sellamassiv.



Das erste Bild zeigt Wolkenstein - auf dem zweiten Bild ist links das Sellamassiv

Abfahrt vom 2752m hohen Lagazuoi im Tal rechts liegt Cortina d'Ampezzo
Die Abfahrt am Logazuoi führt entlang eines gefrorenen Wasserfalls und endet damit, dass man von zwei Pferden am Seil zur nächsten Liftanlage gebracht wird


Wer von Euch kennt eigentlich "Heiße Oma" ?
Nein nicht das was Ihr jetzt vielleicht denkt! "Heiße Oma" ist ein Getränk, dass es in fast jeder Hütte in Südtirol gibt. Zum aufwärmen genau das richtige. Man nimmt 4cl Zabov (ein Italienischer Eierlikör), gibt diesen in ein Wasserglas und füllt es mit heißer aufgeschäumter Milch auf. Als Krönung gibts dann noch einen Klecks Sahne. Damit habe ich den gestrigen und letzten Urlaubsabend, nachdem ich fleißig den Staub und die Katzenhaare unseres Stubenkaters aufgesaugt habe, vor dem zubereiten des Essens, begonnen.


 Blick von der Mamolada auf 3343m zum Langkofel und rechts der Anfang des Sella. Im Hintergrund zwischen Langkofel und Sella liegt Wolkenstein.


Zum Abschluss eines tollen Skiurlaubs gab es dann gestern Abend, passend zur Südtiroler Region "Tiroler Speckknödel mit Pilzgulasch" und dazu einen italienischen Rotwein. Das Rezept gibt es wie immer gleich dazu. Viel Spaß beim nach kochen.

Für die Speckknödel:
Butter in der Pfanne zerlassen 200g Speck und Schalottenwürfel darin anbraten. Brötchenwürfel aus drei alten Brötchen und Petersilie dazugeben und mit anrösten. Alles in eine Schüssel geben. 1/4 l Milch, zwei Eiern, Salz und Pfeffer verquirlen und über die Brötchen Speck-Masse gießen. 60g Mehl untermischen und aus der Masse mit angefeuchteten Händen Knödel formen. Die Knödel in reichlich Salzwasser bei schwacher Hitze 10 bis 15 Minuten gar ziehen lassen und anschließend in Butter mit gehacktem Schnittlauch schwenken.

Für das Pilzgulasch:
Butter in der Pfanne zerlassen und 200g Zwiebeln glasig dünsten. 500g gemischte Pilze in dünne Scheiben schneiden, dazugeben und mitdünsten, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Mit Salz, Pfeffer, Paprika und Majoran abschmecken. 150g Sahne und geriebenen Parmesan dazugeben und einmal aufkochen lassen.